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Ausgabeländer
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Das 20 Franken Goldvreneli ist die erste und eigentliche Vreneli Münze. Sie wurde in den Jahren 1897-1949 herausgegeben.
Beschreibung der Vorderseite: Abbildung wie 10 Franken Vreneli jedoch Name des Künstlers F.LANDRY links im Perlenkreis.
Beschreibung der Rückseite: 20-FR. dazwischen das Schweizer Wappen im ausgeschnittenen Schilde auf üppigem Eichenzweig.
20 Franken Vreneli Goldmünze, Jahrgang 1915, 6,452 Gramm Gold 900/1.000, 21 mm Durchmesser, Prägefrisch.
Darf Helvetica jung sein oder wieviel Gebirge erträgt ein Münzbild? Beitrag von Dr. H.-M. von Kaenel
Die Schaffung eines neuen Münzbildes war und ist stets ein schwieriger und in der Regel langwieriger Prozess. Ein gutes Beispiel dafür stellt die Neugestaltung des 20-Fr. Goldstückes in den Jahren 1895/97 dar.
Der erste Schritt bestand in der Formulierung der Wettbewerbsbedingungen. Das eidgenössische Finanzdepartement umriss den Auftrag wie folgt: Das neue Münzbild soll durch ein schweizerisches, nationales Motiv, durch allegorische oder historisch-symbolische Darstellung der Schweiz - die Helvetia - zum allgemein - verständlichen Ausdrucke bringen.
Im April 1895 setzte der Bundesrat eine Jury ein, welche die 21 eingegangenen Entwürfe zu beurteilen hatte. Mitglieder waren unter anderem der berühmte Maler Albert Anker und der Winterthurer Numismatiker Friedrich Immhof-Blumer, Konservator des Münzkabinetts und international bekannter Gelehrter und Sammler.
Die Jury tagte im Mai 1895 und schlug das Modell des Neuenburger Medailleurs Fritz Ulisse Landry (1842-1927) für den 2. Preis vor (keinen ersten Preis, da die Wettbewerbsbedingungen nicht voll respektiert worden seien). Landry wollte nach eigenen Worten durch die individuelle Gestaltung des Kopfes einer jungen Frau die Idee der Freiheit darstellen. Die Jury fand die Helvetia zu jung, zu individuell, zu schwärmerisch und regte an, dass der Künstler den Entwurf überarbeiten und dabei die Gesichtzüge reifer und mütterlicher gestalten sollte. Kritisiert wurde auch die Gebirgskulisse im Hintergrund, die man als zu mächtig empfand. Der Bundesrat sprach dem Modell von Landry auf Empfehlung des eidgenössischen Finanzdepartements den ersten Preis zu.
Im Herbst 1895 legte Landry ein neuess Modell vor, die Züge der jungen Frau wirkten etwas reifer, die Haare waren nun durch einen Zopf gebändigt, um die Schultern trug die Helvetica einen Kranz von Edelweiss statt von Rhododendron-Zweigen. Die Jury diskutierte den neuen Entwurf ausführlich und empfahl ihn schliesslich dem Bundesrat zur Ausführung, jedoch nicht ohne zu verlangen, dass dabei der Horizont der Berge im Hintergrund herabgesetzt werden müsse. Der Maler A. Anker bezog in der Jury klar gegen das Modell von F. Landry Stellung. Der Kopf sei eine Art Heilige Cacilia, une figure Pastorale. F. Immhof-Blumer verteidigte Landrys Projekt unter anderem mit den Worten: Der Entwurf lässt die Banalität, die ausgetretenen Pfade, hinter sich. Er zeigt es einmal anders als die gewohnten antiken Köpfe durch die man bisher die Republiken darstellte.
Damit war der Leidensweg der jungen Helvetica jedoch noch nicht beendet. Im Jahre 1897 bemängelte ein besorgter Magistrat die ersten Probeprägungen. Die Stirnlocke gebe dem Frauenzimmer ein frivoles Aussehen, was mit der Würde einer Personifikation der Schweiz nicht zu vereinbaren sei. Bei der definitiven Prägung wurde deshalb die Stirnlocke weggelassen.
Als diese neuen 20-Fr.-Goldstücke in Kurs gelangten, wurden sie von Fachleuten einer starken Kritik unterzogen. Unsere Heimat, welche als Mutter und Schützerin unserer souveränen Kantone geschaffen wurde, dürfte nicht durch ein junges Mädchen dargestellt werden. Die Helvetica sollte eine schöne Frau und Mutter sein, zwischen Jugend und gereiftem Alter. Die Berge, die im Hintergrund das Münzbild zieren, wurden ebenfalls kritisiert. Es wurde gesagt, dass man sozusagen offiziell den Irrtum propagierte, unser Schweizer Volk setzte sich nur aus Hirten und Hoteliers zusammen. Die Berge in unserem Lande spielten eine untergeordnete Rolle und das Volk lebte zum größten Teil im Flachlande. Es wäre also wünschenswert gewesen, wenn man die Berge aus dem Münzbilde weggelassen hätte. In der Schweizerischen Numismatischen Rundschau steht geschrieben: Besser wäre unser Land durch Wilhelm Tell oder durch die Mannen vom Rütli dargestellt worden.
Bei der Bevölkerung fand die neue Münze jedoch eine sehr gute Aufnahme. Auch heute noch, aus einer Distanz von 100 Jahren, hebt sich das Bild der jugendlichen Helvetica vorteilhaft von den übrigen damaligen Münzbildern des In- und Auslandes ab. Das Vreneli gilt als eins der schönsten modernen Goldmünzen überhaupt.
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